Betrachtungen zum Thema Saturn

Autorin: Dagmar Artmaier, Astrologin

Betrachtungen zum Thema "Saturn"

Vom Dreck zum Gold – vom Mangel zur Fülle

Das mit dem Dreck und dem Gold, das ist so eine Sache. Die Alchemisten konnten aus Dreck Gold herstellen. Das glaubt heute kaum einer – ich schon. Es ist doch so, dass die Dinge, die einem schwerfallen, für die man sich schämt, mit denen man sich beschäftigen muss, weil sie wie ein Klotz am Bein sind, dass es diese Themen sind, die sich in Gold verwandeln, wenn man ihnen liebevolle Aufmerksamkeit schenkt. Das ist wie im Märchen "Der Froschkönig", als der glitschige, unappetitliche Frosch ein Bussi von der Prinzessin bekommt und plötzlich steht ein fescher Prinz da. Oder "Die Schöne und das Biest" – ein klassischer Fall von "erlöstem Saturn".

Man muss Ekel, Angst, Abwehr, Depression und Hass überwinden, um den Dreck verwandeln zu können. Schließlich kann man aus der trüben Suppe die Goldklumpen herausfischen. Wie soll das gehen, mag man sich fragen. Ich sage, das Universum hilft immer. Man muss die Stimme hören können, da muss es ganz leise sein innendrin. Vor allem darf es nicht die allerkleinste Wertung geben. Sobald ein "Gut" oder "Schlecht", ein "Richtig" oder "Falsch" auftaucht, ist es vorbei; vergebliche Liebesmüh. Die beste Haltung ist die eines Beobachters. Es ist sehr interessant, den Dreck so genau anzusehen wie ein Forscher – nur grausen darf es einem nicht. Schwächen können zu Stärken werden, wenn man zu ihnen steht. Das ist schwer, denn wir haben eine präzise Vorstellung von dem, was wünschenswert und ablehnenswert ist.

Dabei geht es um die reine Betrachtung. Ob ich sage, das Glas ist halb voll oder halb leer, liegt an mir. Der Zustand an sich ist derselbe – die Wahrnehmung ist subjektiv. Man sagt, Jupiter ist der Glücksplanet. Tatsache ist, dass jupiterbetonte Menschen das halbvolle Glas sehen und saturnbetonte Menschen das halbleere. Wir alle kennen Leute, die überall ein Haar in der Suppe finden. Sie sehen nicht, was ihnen alles zur Verfügung steht, sie sehen das, was fehlt. Das sind die die Mangelmenschen. Das Leben ist Dreck, sagen sie. Die Gold-Typen richten ihre Aufmerksamkeit auf die Fülle, auf das Positive. Das heißt nicht, dass sie naive Dummköpfe sind. Sie weigern sich nur, sich das Leben vermiesen zu lassen. Sich selbst überkritisch zu betrachten macht eng, starr, stur und intolerant. Was ich mir selbst nicht erlaube, soll sich gefälligst kein anderer herausnehmen. Sich liebevoll zu betrachten, mitsamt aller Unvollkommenheit, macht weit, offen und weich. Was ich mir erlaube, kann ich auch im anderen annehmen und unterstützen.

Liebe heilt und verwandelt, das weiß jeder. Ich hatte einen heruntergekommenen Blumenstock im Flur stehen. Ich wollte ihn nicht mehr im Zimmer haben und wegwerfen. Dann habe ich mich doch erbarmt. Ich habe die Pflanze zurückgeschnitten, umgetopft und ins Zimmer geholt. Sie hat sich schnell erholt, gedieh gut und wurde schön. So funktioniert es auch auf der persönlichen Ebene. Ich kümmere mich um das Verkümmerte, Verkrüppelte – und es wandelt sich.

Das meine ich, wenn ich sage "Vom Dreck zum Gold".