Akupunkt-Massage

Autorin: Rita Steininger, M.A., freie Lektorin und Autorin


Buch-Empfehlungen

Akupunkt-Massage nach Penzel

Lebensenergie zum Fließen bringen

Eine Schwangere kommt wenige Wochen vor ihrem berechneten Entbindungstermin in die Naturheilpraxis von Hildegard Schneider in Schwabach. Das Baby ist in Steißlage, ein Kaiserschnitt scheint unumgänglich. Doch nach einigen Behandlungsterminen geschieht etwas Erstaunliches: Das Baby vollführt einen regelrechten Salto, liegt nun mit dem Kopf nach unten und kommt wenige Tage später gesund und ohne Komplikationen zur Welt.

Zu verdanken ist dieser verblüffende Erfolg einer Behandlungsmethode, die sich vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz wachsender Beliebtheit erfreut: der Akupunkt-Massage nach Penzel.

Die Bezeichnung lässt vermutlich jeden sofort an die Akupunktur denken, und das ist auch ganz richtig. Denn vor mehr als vierzig Jahren leitete ein deutscher Masseur und medizinischer Bademeister namens Willy Penzel die Akupunkt-Massage tatsächlich von der Akupunktur ab - übrigens aus reiner Verlegenheit. Er durfte, da er kein Arzt oder Heilpraktiker war, keine Akupunkturnadeln setzen. Aus diesem Grund entwickelte er ein spezielles Massagestäbchen, mit dem sich nicht nur Akupunkturpunkte, sondern gleich ganze Meridiane behandeln lassen. Meridiane sind - nach chinesischem und mittlerweile auch westlichem Verständnis - Längslinien oder Bahnen, auf denen die Lebensenergie Qi durch unseren Körper fließt und einen geschlossenen Energiekreislauf bildet. Wenn dieser Energiefluss ins Stocken gerät (sei es durch falsche Ernährung, Umweltbelastungen, Stress, Narben oder andere Ursachen), können Krankheiten, Beschwerden oder Schmerzen die Folge sein.

Blockierte Lebensenergie wieder zum Fließen zu bringen, das ist also der Sinn und Zweck der Akupunkt-Massage. Dazu zieht der Therapeut mit dem APM-Stäbchen über bestimmte Meridiane auf dem Körper des Patienten und kann so auf sanfte und wohltuende Weise einen Energieausgleich schaffen: Gestaute und überschüssige Energie wird in energetisch unterversorgte Meridiane oder Meridianabschnitte abgeleitet.

Die Akupunkt-Massage (wie auch die Akupunktur) behandelt also grundsätzlich keine Krankheiten, sondern immer nur Energiefluss-Störungen. Betrachtet man allerdings die Energiefluss-Störung als eigentliche Ursache für Schmerz, Krankheiten oder Fehlfunktionen, dann lässt sich durchaus zu Recht behaupten, dass die Akupunkt-Massage bei vielen Krankheiten hilft. Seien es Erkrankungen der Atemwege, des Verdauungstrakts oder des Bewegungsapparates, Kreislaufprobleme, Schmerzzustände oder Schwangerschaftsprobleme - überall da, wo der Energiefluss aus dem Gleichgewicht geraten ist, kann ein Energieausgleich Abhilfe oder zumindest Erleichterung schaffen. Und die Gewissheit, dabei von keiner Akupunkturnadel gepiekst zu werden, dürfte für viele Patienten sehr beruhigend sein. Für Rücken- und Gelenkbeschwerden gibt es im Rahmen der Akupunkt-Massage außerdem ein speziell entwickeltes Behandlungsprogramm, mit dem Gelenkblockaden gelöst und Fehlstellungen behoben werden.

Auch wenn die Akupunkt-Massage nicht allzu viele Möglichkeiten für eine Selbstbehandlung bietet, einige Anwendungen kann der Patient durchaus selbst erlernen, zum Beispiel die Bürstenmassage in Energieflussrichtung:

Mit einer Badebürste fährt man von oberhalb der Brust über die Arminnenseite zur Handfläche, wechselt über zum Handrücken und fährt über die Armaußenseite bis zur Schulter. Falls die Bürste einen langen Stiel hat, kann man nun weiter über den Rücken von oben nach unten bürsten, fährt dann über das Gesäß die Beinaußenseite entlang und über den Außenknöchel zum Fuß. Quer über die Fußsohle wechselt man über zur Beininnenseite und bürstet von da aus aufwärts zur Leiste, dann über den Bauch bis zur Brust. Jetzt ist man wieder am Ausgangspunkt angelangt und kann auf der anderen Körperseite in gleicher Weise verfahren. Mehr oder weniger hat man damit alle Meridiane des Körpers in Energieflussrichtung gebürstet.

Für (werdende) Mütter gibt es außerdem noch einige hilfreiche Anwendungen, die sich leicht selbst erlernen lassen und sowohl den Schwangeren als auch nach der Geburt den Babys gut tun.

Zu erwähnen sind schließlich noch die vielfältigen Möglichkeiten zur vorbeugenden Behandlung mit Akupunkt-Massage, damit Krankheiten oder Beschwerden erst gar nicht entstehen. Das gilt zum Beispiel für die Behandlung von Sportlern: Nicht nur bei Sportverletzungen, sondern auch während der Trainingszeit oder vor Wettkämpfen ist eine Akupunkt-Massage empfehlenswert, denn durch den verbesserten Energiefluss lässt sich die Leistungsfähigkeit merklich steigern. Je nach Beanspruchung kann der Therapeut den Sportler genau dort behandeln, wo er vermehrt Energie braucht.